Das Rennen …..

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Take your marks und dann das Horn – der erlösende Startschuss war erfolgt. Jetzt hatte ich alles selbst in der Hand. Ich kam von Anfang an gut weg und hatte vor allem auf der rechten Seite enorm starke Schwimmerinnen neben mir. Es hilft einfach im Sog anderer Athletinnen zu schwimmen, man kann seine Kräfte sparen. Ein paar Schläge bekommt man fast immer ab, das ist normal, dennoch konnte ich die meiste Zeit ziemlich frei schwimmen. Nach der ersten Boje wusste ich, dass ich in der ersten Spitzengruppe schwamm. Das Tempo war hoch, aber es fiel mir nicht schwer es zu halten. Wir hatten das trainiert und ich wusste wie stark ich war! Bei den vorletzten 300m konnte ich sogar das Tempo etwas zurück nehmen und ich wusste, dass dies enorm wertvoll für das Radfahren war! Als wir auf die Tribüne zu geschwommen sind, spürte man förmlich die Spannung und das Geschrei in der Luft. Es war eine aufregende Atmosphäre – einfach ein Traum!!!!

Auch beim Ausstieg lief alles reibungslos! Danach schnell zum Rad, Helm aufsetzen und dahin geht es! Ich war beruhigt – auch wenn das Damenfeld etwas lang gezogen war, hatte ich eine phantastische Ausgangsposition, war mitten im ersten Pack!

Das Radfahren ging enorm hart, ich versuchte mich noch näher zu den anderen hin zu schieben. Wollte das kleine Loch zufahren was vorhanden war. Das Treten war enorm hart und schwer, obwohl ich auf der großen Scheibe einen sehr kleinen Gang gefahren bin. Mir kam vor, als ob ich überhaupt nicht vom Fleck kam, ich schien mich nicht nach vorne zu bewegen – die Beine machten zu, aber ich schob das sofort auf den Tartanbelag, der einfach mehr Kraft kostet – aber das hatten die Anderen ja auch.
Am Berg angekommen war ich schon vom Feld abgerissen – ich dachte mir, na dann wartest du halt auf die andere Gruppe und erholst dich – vielleicht war das Schwimmen zu hart gewesen?

Auch mit den anderen konnte ich nicht mitfahren, kein Chance – ich wusste nicht was da geschah, war aber leer im Kopf. Einen Defekt konnte ich nicht erkennen – die Reifen waren total voll und dass die Bremse Schuld sein könnte habe ich überhaupt nicht in Betracht gezogen… schließlich lief vorher alles einwandfrei!!!!

Ich beschloss auf die dritte Gruppe zu warten wo auch Kate und Tania drinnen waren. Fuhr inzwischen locker und wollte dann in die Gruppe einsteigen – zumindest wollte ich dann ihnen helfen, sie unterstützen. Auch dieser Gruppe, im flachen Gelände konnte ich nicht folgen! Ich war verzweifelt, fassungslos, ratlos – es war ein schreckliches Gefühl. Bei der nächsten Athletin, einer der Letzten im Feld riss ich wieder ab! Erst in diesem Moment kam mir in den Sinn, dass mit meinem Rad etwas nicht stimmen könnte. Das ist normal für mich – das ist meine Denkweise – ich suche immer zuerst bei mir nach den Fehlern, niemals bei den anderen, oder beim Material. Ein Patschen ist offensichtlich, aber ich hatte keinen Patschen, und die Bremsen können es ja nicht sein, schließlich hatten wir sie kontrolliert… Trotzdem blockierte etwas – ich war total ausgeliefert.

In diesem Moment hatte ich das Rennen im Kopf aufgegeben – ich befand mich am Ende der zweiten Runde und beschloss ein letztes Mal durch das Stadion durch zu fahren, auch wenn es bitter und erniedrigend war. Ich wollte aber bei Heli absteigen und der war am Berg!

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