Archiv für Juli 2010

Stallersattel Runde…

28. Juli 2010

Das Radtraining hat es schon wieder in sich. Kalser Glocknerstraße, Lienzner Dolomitenrunde und Stallersattel hießen meine letzten Radausfahrten. Alles Bergstrecken, von Runde zu Runde weiter und mehr Höhenmeter.

So haben Helmut und ich uns heute die Stallersattelrunde vorgenommen. Für uns beide war es das erste Mal und wir waren beide tief beeindruckt von der wunderschönen Landschaft und Bergwelt rund um das Osttiroler Defreggental bzw. dem Südtiroler Antholzertal. Auf dem 2052 hohen Pass war es zwar schon etwas kühler, aber die Auffahrt hat sich definitiv gelohnt!

Radfahren in Osttirol ist einfach traumhaft schön, allerdings schmerzen meine Beine nach dem rasanten Trainingsbeginn mittlerweile beinahe mehr als nach meinem Ironmansieg in Klagenfurt. Wenn sich aber die Schmerzen in Kraft umwandelt, dann aber Ramba Zamba!!!!

Hawaiitraining in Osttirol…

22. Juli 2010

Temperaturen um die 35 °C, die wunderschönsten Rad- und Laufstrecken die ich kenne, wo könnte man sich besser auf Hawaii vorbereiten, bzw. das Training nach dem Ironman Austria aufnehmen? In Osttirol fühle ich mich immer ganz besonders wohl, ich bin hier irgendwie zu Hause, bin aber doch weg vom Alltagsstreß und habe die allerbesten Trainingsbedingungen, die man sich als Triathlet vorstellen kann. Bei der ersten Radausfahrt ging es nach Kals am Großglockner. Auf der Kalser Glocknerstraße kann man den höchsten Berg Österreichs sehr bald erblicken und irgendwie glaubt man seine Energie zu spüren. Ich bin beim Anblick solcher mächtigen Berge ohnehin immer begeistert und fasziniert und irgendwie empfinde ich neben dieser unglaublichen Energie auch eine tiefe Ehrfurcht, von der Faszination und Schönheit unserer Welt.

Max geht unter die Schwimmer

20. Juli 2010

Das viele Baden gehen hat sich gelohnt – Max, unser Parson Russel Terrier, der letztes Jahr noch um jedes größere Gewässer einen riesigen Bogen gemacht hat, ist unter die Schwimmer gegangen. Helmut ist anscheinend nicht nur ein guter Rad- und Triathlontrainer ;)

2 Wochen feiern und genießen…

17. Juli 2010

Nach einem Ironman, egal ob erfolgreich oder nicht, müssen sich Körper und Geist erst mal erholen. Aufgrund meines ersten Ironmansieges standen allerdings erst einmal einige Feiern mit Freunden und Familie an. Ein großes Highlight war natürlich die Siegerehrung im Irondom, einen Tag nach dem Wettkampf. Als ich das Zelt betrat fingen alle Athleten zu klatschen an- erneut Gänsehautfeeling pur, gepaart mit einer kleinen Spur an Peinlichkeit so dermaßen im Mittelpunkt zu stehen ;)

Am Tag danach ging es nach Lienz, wo Heli und ich uns die Zielankunft der Österreichtour angesehen haben. Toll sich einmal nicht selber quälen zu müssen…. ;)

Am Wochenende nach dem Ironman stand ein Besuch bei der Tour de France auf dem Programm. Ich habe die Tour Helden bis jetzt ja nur im Fernsehen bewundert, Heli war schon einige Male live dabei und meinte, dass man das Spektakel auf jeden Fall mal LIVE sehen sollte. Ein Ansporn war natürlich Lance Armstrong, der vermutlich das letzte Mal seine Tour bestritt, aber natürlich auch die anderen Helden wie Fabian Cancellara, Alberto Contador, oder Ivan Basso einmal live zu sehen. Außerdem war ja auch Helmuts Schützling Thomas Rohregger das erste Mal dabei – mitten unter den ganz GROßEN!!!! Das geniale an der Tour Stimmung war – die Zuschauer feierten alle – nicht nur die ersten – angefeierten wurden alle, bis zum Schluß – wer die Tour fährt ist ein HELD!

Und nach diesen Highlights stand wirklich ganz vieeel Erholung auf dem Programm – baden mit unserem Parson Terrier Max, grillen und vieeel Schlafen!!!!

Einfach die Zeit genießen, leben und Spaß haben!

You are an Ironmanchampion!!!

13. Juli 2010

Ich hatte noch die Worte von Stefan Petschnigg im Ohr, der letztes Jahr in einem Interview  meinte, dass ich den Ironman Austria einmal gewinnen würde. Klar war das mein Ziel – irgendwann in den nächsten Jahren…, aber ob ich es auch tatsächlich realisieren könnte, das stand in den Sternen. Das es alles andere als leicht sein würde, zeigten mir meine drei vierten Plätze im Vorjahr auf. Man kämpft nicht nur gegen die anderen, sondern auch gegen die eigenen Grenzen.

Als ich am 4. Juli das Wettkampfareal betrat, war ich voll und ganz ruhig. Ich freute mich auf den langen Ironmantag, genoss die mystische Stimmung am Morgen und blickte in die Gesichter der Ironmanstarter. Es war bei den meisten Freude zu sehen, aber auch viel Anspannung und großer Respekt.

Letztes Jahr bei meinem ersten Ironman, konnte ich mir vor dem Start kaum vorstellen die Strecken zu bewältigen. Der Gedanke erdrückte mich fast, schnürte die Kehle zu. Heuer wusste ich, dass es möglich ist und ich freute mich, dass ich gesund und in Topform am Start stehen würde – alles andere würde sich ergeben.

Das Schwimmen verlief für mich optimal. Ich musste nicht an meine Grenzen gehen und war in mitten einer großen Männergruppe, in der auch die meisten österreichischen Profis waren. Ich stieg als zweite Dame (vor mir stieg eine Dame aus der Age Group) aus dem Wasser und freute mich auf das Radfahren, das eigentlich meine Lieblingsdisziplin ist, bei der ich allerdings bei den Ironmanrennen zuvor, immer wieder starke Probleme hatte. Das Ziel beim Radfahren war, ein konstantes Rennen zu fahren. Nicht zu schnell angehen, mein Tempo fahren und auf keinen Fall eine Strafe für Windschattenfahren bekommen. Der Blick auf mein GARMIN Gerät verriet mir sofort, dass ich heute, wie schon bei den Trainings zuvor sehr stark sein würde und somit einer guten Radzeit nichts im Wege stehen sollte. Ich versuchte mich also eher zurück zu halten und regelmäßig zu essen und zu trinken (an dieser Stelle herzlichen Dank an Anna vom pb-shop in Ebbs). In der zweiten Radrunde wurde es dann unerträglich heiß  -  mein Kopf schien unter dem riesigen Zeitfahrhelm zu zerplatzen und knapp vor dem Rupertiberg bekam ich auch noch Krämpfe am linken Oberschenkel. Möglicherweise habe ich das Elektrolytgetränk zu dick zubereitet und generell zu wenig Wasser getrunken. So quälte ich mich also mit Krämpfen den Rupertiberg rauf und versuchte das linke Bein so wenig wie möglich zu belasten. Ich war einfach nur noch froh, als ich den Anstieg hinter mir hatte. Bei der Abfahrt schüttelte ich meine Beine aus, versuchte soviel Wasser wie möglich zu trinken und über den Körper zu leeren. Da ich sehr viel Vorsprung auf Barbara Tesar, der Zweitplatzierten, hatte, konnte ich es mir leisten das Tempo zu reduzieren und tat alles, damit ich für das Laufen wieder einigermaßen frisch wurde. Die Krämpfe gingen zwar weg, die Beine blieben aber schwer.

Die ersten Laufkilometer waren also sehr schwer. Die Beine waren müde und ich konnte mir kaum vorstellen die Marathondistanz zu bewältigen. Der ursprüngliche Vorsprung vor meinen Problemen am Rad, reduzierte sich von über 6min auf gute 2. Hinter mir waren Barbara Tesar und eine sicherlich sehr motivierte Bella Bayliss. Rebecca Presten, die Siegerin von 2007 hatte aufgrund von Krämpfen beim Radfahren aufhören müssen. Ich versuchte also das Beste aus der Situation raus zu holen, obwohl Foto Josef Bollweinich nicht wirklich daran glaubte meine Führung beibehalten zu können, denn ich fühlte mich weder gut, noch schnell. Zur Müdigkeit kamen dann auch noch Magenschmerzen und -probleme hinzu. Außer Wasser konnte ich nichts mehr aufnehmen. Trotzdem baute ich meine Führung aus, Minute um Minute. Bei km 16, nach einer WC Pause fühlte ich mich dann auch etwas besser. Die Beine wurden etwas leichter, der Magen war zwar nicht Ordnung, aber zumindest konnte ich hin und wieder ein Gel aufnehmen.

So kämpfte ich also weiter. Kilometer um Kilometer, Schritt für Schritt, motiviert von den unzähligen Zuschauern am Streckenrand, die mich stets und überall pushten. Nach km 20 fühlten sich die Beine sogar einmal richtig gut an und als ich bei km 25 die Nachricht bekam, dass Bella Probleme hatte und Barbara immer weiter zurück fällt, wusste ich, dass ich gut unterwegs war. Ich musste nicht intensiver an meine Grenzen gehen und hatte einfach die Aufgabe so weiter zu laufen, dann hätte ich vielleicht die Chance zu gewinnen, so verrückt dieser Gedanke auch war.

Bei km 35 als ich durch das Zentrum von Klagenfurt lief, gefeiert von den Unmengen von Zuschauern, begann ich zu es zu realisieren. Ich würde heute meinen ersten Ironman gewinnen. Ich war von Gänsehaut überströmt und begann zu lachen, es langsam zu realisieren. Der Vorsprung war riesig und ich wusste, auch wenn ich jetzt noch Probleme bekommen würde, könnte ich es immer noch schaffen.

Ich begann den Lauf, trotz Muskelschmerzen immer mehr zu genießen. Ich feierte meine letzten 4 Kilometer. Viele Foto Josef  BollweinGedanken gingen mir durch den Kopf, über das vergangene Jahr, das harte Training und heute, an diesem Tag sollte alles aufgehen, ein sportlicher Traum sollte in Erfüllung gehen. Ich begann immer mehr zu strahlen. Bereits 2 Kilometer vor dem Ziel begann ich zu jubeln und klatschte die Leute ab, die mir an diesem Tag soviel Kraft gaben. Als ich in den Zielkanal einbog, kamen mir die Tränen. Mein Vereins- und Trainingskollege und Freund Wolfgang Achrainer überholte mich in diesem Moment. Wir hatten es beide geschafft. Er trotz Achillessehnenproblemen und ich am Ziel meiner Träume. Ich zelebrierte meine letzten Metern, übermannt von unzähligen Gefühlen, Gänsehaut am ganzen Körper, schwebend, strahlend, lachend, weinend und jubelnd. Ich war im Ziel, hatt es es geschafft und ich siegte, nie im Leben hatte ich gedacht, dass dies an diesem Tag passieren würde. Im Ziel umarmte ich zuerst Wolfi, dann Stefan Petschnigg und zu guter Letzt Heli, meinen Mann, Trainer und besten Freund, der immer für mich da ist und an mich glaubt, auch wenn ich es mal nicht tue. Tränen, Erleichterung und vor allem DANKBARKEIT waren die Emotionen. Ich hatte es geschafft!!  I am an Ironmanchampion. Ich habe gewonnen!!!!!!!!!

Loslassen…

12. Juli 2010

Seit ich letztes Jahr drei 4te Plätze bei Ironmanbewerben (70.3 St. Pölten, Ironman Austria, Ironman Cozumel) gemacht habe, träume ich von einer Top 3 Platzierung. Man könnte jetzt herum philosophieren – ein vierter Platz ist doch auch gut, aber, es fehlt einfach was. Ein vierter Platz lässt sich nicht mit der Emotion einer Top 3 Platzierung vergleichen. Es geht schließlich in jedem Wettkampf darum nicht nur das Beste zu geben, sondern auch der/die Beste zu sein.

Als ich heuer beim 70.3. in St. Pölten, mit einem für mich nicht zufrieden stellendem Rennen, 6te wurde, glaubte ich fast, an diesem Wunsch, eine Top 3 Platzierung machen  zu wollen, zu zerbrechen. Ich stand unglaublich unter Druck und hatte, obwohl ich normalerweise ein unverbesserlicher Optimist bin,  fast den Glauben daran verloren, es schaffen zu können. Genau an diesem mentalen Tiefpunkt erkannte ich, dass ich mit diesem Festhalten an Zahlen und Platzierung die Freude am Tun, an dem, was ich so liebe, verlieren würde. Ich wusste, dass ich all dieses Leistungsdenken ablegen und freilassen muss, denn es half mir nicht weiter, sondern blockierte mich immer mehr.

Somit hatte ich für den Ironman Austria ein neues Ziel. Ich wollte gesund und in Topform am Start stehen, denn das ist der Zustand der mir ermöglicht mein Bestes zu geben mein Potential voll und ganz auszuschöpfen. Außerdem wollte ich Spaß haben und das was ich so sehr liebe, den Sport an sich, feiern -  alles andere würde sich ergeben….

Das Bild ganz „ohne Emotion“…

11. Juli 2010

Für gewöhnlich gehe ich ca. 1 Woche vor einem wichtigen Wettkampf, das Rennen im Kopf durch. Ich visualisiere, den gesamten Wettkampftag, von der Zeit vor dem Start bis zur Ziellinie. Dabei geht es darum, den Wettkampf zu visualisieren, Rennstrategien zu entwickeln und auf mögliche Probleme aufmerksam zu werden.

Natürlich habe ich das auch vor dem Ironman Klagenfurt gemacht. Auch hier tauchte wieder dieses EINE BILD auf. „Ich laufe ins Ziel, die Arme in der Siegerpose, vor mir unglaublich viele Fotografen…! Allerdings hatte ich dieses Mal nicht dieses überwältigende Gefühl dazu – sondern eher so ein Gefühl von DEMUT und BESCHEIDENHEIT…

Auch bei diesem Bild wusste ich nicht was es zu bedeuten hatte… allein einen Ironman zu finishen bedeutet schon zu siegen, GROSSES zu leisten. Jeder der es einmal gemacht hat, weiß was ich damit meine. Man geht bei so einem Ironman durch Höhen und Tiefen, wie im Leben auch. Die Ziellinie, der Zielkanal ist die Belohnung für all die Mühen und Anstrengungen zuvor. Es herrschen unglaubliche Emotionen, die Spannung fällt ab, man genießt nur noch und hat ein unglaubliches Glücksgefühl. Man ist erfüllt von Stolz über das was man geschafft hat, dass man Krisen bewältigt und gemeistert hat und an seine Grenzen gegangen ist.

Ein Ironman spiegelt das gesamte Leben mit all seinen Emotionen und Herausforderungen an einem Tag. Die Siegerpose, das Siegerbild verkörpert dies alles – ich habe es gemeistert, geschafft und bin überglücklich. Das ist die FASZINATION IRONMAN.

Das Bild…

10. Juli 2010

März 2010. Ich bin auf Fuerteventura, im Sportparadies Playitas Grand Resort. Anstatt zu trainieren heißt es für mich den Schongang einlegen. Seit 2 Tagen bin ich stark verkühlt, der gesamte Brustraum brennt, eine Bronchitis scheint sich auszubreiten. Ich kann es nicht ändern, das was ich machen kann ist Tee trinken und Geduld haben. Um zumindest mental ruhig und stark zu bleiben, gehe ich am Meer spazieren und nehme mir einen Massagetermin bei der fantastischen Masseurin im Playitas -  Ofelia, die immer gut gelaunt ist und positive Energie verbreitet.

Ich liege auf dem Massagetisch, lasse mich fallen, entspanne mich und lasse alle Gedanken los. Meine Gedanken kommen und gehen, wie Wolken die am Himmel vorbei ziehen, wenn man sie genauer beobachtet. Ich versinke in meine eigene Traumwelt und da ist es – ein blauer Kiwami Anzug, mit der großen Erdinger ALKOHOLFREI Aufschrift -  die Arme sind jubelnd zum blitzblauen Himmel empor gestreckt – unglaublich viel Energie – Menschen stehen begeistert am Seitenrand – Gänsehautfeeling pur. Auch ich habe Gänsehaut, am Massagetisch, von diesem Bild überwältigt und berührt . Ich weiß nicht was das Bild bedeutet, wo es sein könnte, welche Platzierung ich feierte, aber es ist stark und tief in mir drinnen.

Nach der Massage weiß ich alles wird gut… Der Weg ist gesund werden und dann bleiben, weiter arbeiten, träumen und vertrauen… das war im März 2010 im Playitas Grand Resort. Ein Bild, das sich verwirklichen sollte und wollte.


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